Tradition

Wir leben unsere Tratition

2017 Badische Zeitung

LAHR. Angefangen hat es mit der Begeisterung für den Fußballverein FC Erzgebirge Aue, heute haben die Erzgebirgsfreunde – wie der Verein heißt – ihre Kreise weiter gezogen.

In lilafarbenen Trikots mit der Aufschrift „FCE Aue“ wurden 40 Fans des FC Erzgebirge Aue vor zwölf Jahren am Lahrer Bahnhof von der Badischen Zeitung abgelichtet. Sie waren gerade auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel ihrer „Veilchen“. Die Badische Zeitung berichtete damals über die Anfänge des damals noch Erzgebirgsfreunde Aue genannten Lahrer Vereins. Heute ist der Verein weit mehr als nur ein Zusammenschluss aus Fußballbegeisterten. Längst wird nicht mehr nur auf Fußball, sondern auch auf erzgebirgische Traditionen und deren Bewahrung Wert gelegt. Und auch am Namen des Vereins änderte sich etwas.

Ronny Rotzoll, Gründungsmitglied der damaligen Erzgebirgsfreunde Aue, ist heute Beisitzer bei den Erzgebirgsfreunden Südwest. Rotzoll erzählt im Gespräch mit der Badischen Zeitung, dass es für ihn schnell feststand, dass die Erzgebirgsfreunde sich nicht nur um den Fußball drehen dürften. „Natürlich hat das Erzgebirge mehr zu bieten als ausschließlich Fußball. Deswegen beschlossen wir, unseren Verein zu erweitern und ihn zu einem Heimatverein zu formen.“

Heutzutage liege der Schwerpunkt des Vereins vermehrt auf der Wahrung der Tradition des Erzgebirges. Dies versuchen die rund 30 Mitglieder durch jährliche Ausflüge ins Erzgebirge und der Besichtigung traditioneller Kulturstätten zu verwirklichen: „Wir waren beispielsweisen schon im Frauenknast in Hoheneck und haben dort Recherchen vor Ort betrieben. Auch ehemalige sächsische Unternehmen wie den vier großen Autowerken, die später zur Marke Audi wurden, besichtigten wir. Das sind Horch, Audi (gegründet von Horch nach dessen Entlassung), Wanderer und DKW. Daher stammen auch die vier Ringe vom jetzigen Hersteller Audi“, erzählt Rotzoll. Einmal wurde an einen Besuch beim FC Erzgebirge verschiedene Ausflüge rund ums Erzgebirge angehängt und als Abschluss ein Stammtisch mit Spielern des FCE Aue, berichtet Rotzoll: „Übernachtet wurde natürlich im Plattenbau.“

Doch die Erzgebirgsfreunde wissen sich auch zu helfen, wie sie unter dem Jahr ein Stück ihrer geliebten sächsischen Heimat in den Schwarzwald bringen. Wie etwa mit Kochabenden, an denen typisch erzgebirgische Rezepte gekocht werden oder auch mit Liederabenden: „Einmal war Stefan Gerlach bei uns, der unsere Heimatmusik und Lieder von Erzgebirge Aue spielte.“

Recherchen über den Kühlschrank Foron

Für die Zukunft plant der Verein eine Recherche bezüglich der Foron-Kühlschrankwerke und deren Niedergang. Foron waren die ersten FCKW-freien Kühlschranke, doch trotz des dadurch erreichten Alleinstellungsmerkmals auf dem Markt ging der Hersteller EFS Hausgeräte, der die Kühlschränke produzierte, im Jahr 2009 insolvent. „Wie das passieren konnte, wollen wir genauer nachvollziehen“, betont Ronny Rotzoll.

Geblieben ist neben all der erzgebirgischen Tradition auch weiterhin die Treue zu den „Veilchen“. Denn auch Fußball ist schließlich ein Teil der Tradition.

Weitere Informationen unter http://erzgebirgsfreunde.com
 

Link: Badische Zeitung

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